Sie überlegen, sich ein Balkonkraftwerk anzuschaffen, und haben noch offene Punkte? Dann sind Sie nicht allein: Vor der Anschaffung tauchen fast immer dieselben Fragen auf – zu Installation, Kosten, Sicherheit und Rechtslage. In diesem Beitrag haben wir die Antworten gebündelt, nach Themen sortiert und auf dem Stand von September 2026. Ob Mietwohnung in der Stadt oder Einfamilienhaus: Mit einem eigenen Kraftwerk auf Balkon oder Terrasse decken Sie einen Teil Ihres Energiebedarfs selbst und leisten Ihren Beitrag zur Energiewende.
Das Wichtigste in Kürze
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Ein Balkonkraftwerk darf bis zu 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung haben.
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Angemeldet wird es nur noch im Marktstammdatenregister – der Netzbetreiber muss nicht separat informiert werden.
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Mietparteien und Wohnungseigentümer haben seit Oktober 2024 einen gesetzlichen Anspruch auf Zustimmung.
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Kauf und Lieferung sind in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit (0 %).
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Ohne Speicher nutzen Sie etwa 60 % des Solarstroms selbst, mit Batteriespeicher 90–100 %.
Balkonkraftwerk kurz erklärt
Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini-PV-Anlage oder ein Mini-Solarkraftwerk, das Solarstrom direkt in Ihr Hausnetz einspeist. Als Komplettset besteht sie aus Solarmodulen, einem Wechselrichter, einer Halterung und einem Anschlusskabel und wird über einen Schutzkontaktstecker mit einer Steckdose verbunden. Der erzeugte Strom versorgt zuerst die Geräte, die gerade in Ihrer Wohnung laufen.
So kommt der Strom von der Sonne in Ihre Steckdose:
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Erzeugen: Die Solarmodule wandeln die Energie des Sonnenlichts in Gleichstrom um.
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Umwandeln: Der Wechselrichter macht daraus haushaltsüblichen Wechselstrom mit 230 V.
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Verbrauchen: Über die Steckdose fließt der Strom ins Hausnetz. Kühlschrank, Router oder Waschmaschine beziehen ihn dann automatisch zuerst vom Balkon und erst danach aus dem öffentlichen Netz.
Ihr Stromzähler läuft dadurch langsamer, Ihre Stromrechnung sinkt, und Sie gewinnen ein Stück Unabhängigkeit. Anders als bei einer PV-Anlage auf dem Dach brauchen Sie für die Installation keinen Fachbetrieb, kein Gerüst und keine Anmeldung beim Netzbetreiber. So wird Photovoltaik auch für Mietwohnungen interessant, nicht nur für die eigene Immobilie.
Recht und Anmeldung: Was ist erlaubt?
Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?
Ja, aber nur an einer Stelle: im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Die Eintragung ist kostenlos, läuft komplett online und muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme der Anlage erfolgen. Eine zusätzliche Meldung an den Netzbetreiber ist seit dem Solarpaket I nicht mehr nötig.
Wie viel Leistung ist bei einem Balkonkraftwerk erlaubt?
Die Grenze liegt bei 800 VA am Wechselrichter und 2.000 Wp an Modulleistung – deshalb ist oft vom 800 Watt Balkonkraftwerk die Rede. Der Wechselrichter begrenzt die Einspeiseleistung: Mehr als 800 Watt fließen nie gleichzeitig ins Hausnetz. Mit zusätzlichen Modulen erreichen Sie diese 800 Watt auch morgens, abends und bei Bewölkung länger. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel Balkonkraftwerk maximale Leistung: Was ist 2026 erlaubt?
Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk aufstellen?
Ja. Seit Oktober 2024 gilt ein Balkonkraftwerk nach § 554 BGB als privilegierte bauliche Veränderung. Die Vermietung muss zustimmen, kann aber mitbestimmen, wie und wo montiert wird. Eine Ablehnung ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Holen Sie die Zustimmung am besten schriftlich ein.
Was gilt in einer Eigentumswohnung?
Auch hier haben Sie als Eigentümer einen Rechtsanspruch. Nach § 20 WEG kann die Eigentümergemeinschaft das Balkonkraftwerk nicht grundsätzlich verbieten. Sie entscheidet per einfachem Mehrheitsbeschluss lediglich über die Art der Ausführung, etwa über die Befestigung an der Fassade des Gebäudes.
Muss ich den Stromzähler tauschen lassen?
Nein, zumindest nicht vorab. Sie dürfen Ihr Balkonkraftwerk sofort in Betrieb nehmen, auch wenn noch ein alter Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre verbaut ist. Ist ein Tausch nötig, kümmert sich der Messstellenbetreiber darum. Die komplette Regelung finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Wenn der Balkonkraftwerk Zähler rückwärts läuft – Was ist erlaubt?
Zahle ich Steuern auf ein Balkonkraftwerk?
Nein. Seit 2023 gilt für Kauf und Lieferung ein Mehrwertsteuersatz von 0 %. Den selbst verbrauchten Strom müssen Sie auch nicht versteuern.
Technik und Sicherheit: Wie funktioniert das Ganze?
Was unterscheidet ein Balkonkraftwerk von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach?
Vor allem Größe und Aufwand. Eine Dachanlage hat meist mehrere Kilowatt Leistung, wird von einem Fachbetrieb installiert und fest ans Hausnetz angeschlossen. Ein Balkonkraftwerk ist auf 800 VA begrenzt, wird per Stecker angeschlossen und lässt sich selbst aufbauen und bei Bedarf wieder abbauen.
Kann ich ein Balkonkraftwerk einfach in die Steckdose stecken?
Ja. Ein Balkonkraftwerk wird über einen Schutzkontaktstecker an eine gewöhnliche Außensteckdose angeschlossen. Wichtig: Nutzen Sie keine Mehrfachsteckdose und kein Verlängerungskabel, das der Hersteller nicht ausdrücklich freigegeben hat. Alternativ ist eine spezielle Energiesteckdose mit Wieland-Stecker möglich, deren Installation eine Elektrofachkraft übernimmt.
Ist ein Balkonkraftwerk sicher?
Ja, wenn es normgerecht aufgebaut ist. Seit Dezember 2025 gilt mit der DIN VDE V 0126-95 erstmals eine eigene Produktnorm für Balkonkraftwerke. Sie legt fest, dass am Stecker nach dem Ziehen innerhalb kurzer Zeit keine gefährliche Spannung mehr anliegt. Zudem schaltet der Wechselrichter bei einem Stromausfall automatisch ab.
Liefert mein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall weiter Strom?
Nein. Ohne Netzspannung schaltet sich der Wechselrichter aus Sicherheitsgründen ab. Das schützt Personen, die gerade am Stromnetz arbeiten. Eine Notstromfunktion bieten nur Batteriespeicher mit entsprechendem Ausgang. Weitere Details zum Thema finden Sie in unserem Artikel über die Notstromversorgung.
Wie lange hält ein Balkonkraftwerk?
Solarmodule sind auf eine Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren ausgelegt. Die genaue Absicherung regeln die lineare Hersteller-Leistungsgarantie und die Hersteller-Produktgarantie des jeweiligen Sets.
Ertrag und Kosten: Was bringt ein Balkonkraftwerk?
Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Oft schon nach rund einem Jahr: In unserer Beispielrechnung haben sich die Sets ohne Speicher nach etwa einem Jahr amortisiert.*¹⁰ Angenommen sind ein Standort in Süddeutschland mit Südausrichtung und 30 bis 35° Neigung, ein Strompreis von 0,36 €/kWh und 60 % Eigenverbrauch. Entscheidend sind also drei Faktoren: wie viel Sonne auf den Modulen ankommt, wie viel Strom Sie tagsüber verbrauchen und was Sie pro Kilowattstunde bezahlen. Je höher Ihr Strompreis und je mehr Geräte tagsüber laufen, desto schneller hat sich die Anlage bezahlt gemacht. Weitere Infos zu Ertrag, Ersparnis und Amortisation finden Sie in unserem Artikel Lohnt sich ein Balkonkraftwerk? Kosten im Überblick.
Wie viel Geld kann ich pro Jahr sparen?
Das hängt vom Set, vom Standort und davon ab, ob Sie einen Batteriespeicher nutzen. Mit Speicher steigt die Ersparnis deutlich, weil Sie den Solarstrom auch abends verbrauchen:
| Set | Jahresertrag | Ersparnis ohne Speicher (60 % Eigenverbrauch) | Ersparnis mit empfohlenem Speicher (nahezu 100 % Eigenverbrauch) |
|---|---|---|---|
| onLite (900 Wp)*⁷ | ca. 1.004 kWh | bis zu 217 €/Jahr | bis zu 361 €/Jahr (1 Einheit) |
| onBasic (1.000 Wp)*⁸ | ca. 1.115 kWh | bis zu 241 €/Jahr | bis zu 401 €/Jahr (2 Einheiten) |
| onPower (2.000 Wp)*⁹ | ca. 1.799 kWh ohne / 2.230 kWh mit Speicher | bis zu 389 €/Jahr | bis zu 803 €/Jahr (3 Einheiten) |
| onPower Plus (4.000 Wp, Solaranlage)*¹² | ca. 3.077 kWh mit Speicher | nur mit Speicher erhältlich | bis zu 1.108 €/Jahr (4 Einheiten) |
Das onPower Plus ist mit 4.000 Wp eine vollwertige Solaranlage und fällt nicht unter die Regeln für Balkonkraftwerke: Es muss zusätzlich beim Netzbetreiber angemeldet und von einer Elektrofachkraft abgenommen werden. Die Werte in der Tabelle sind Beispielrechnungen für einen optimalen Standort. Wie viel Strom und Geld Ihr Balkonkraftwerk an Ihrem Standort bringt, sehen Sie mit unserem Ertragsrechner:
Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk?
An einem optimalen Standort in Süddeutschland mit Südausrichtung und 30 bis 35° Neigung rechnen wir mit rund 1.000 bis 3000 kWh pro Kilowatt-Peak und Jahr. Die Jahreserträge der einzelnen Sets finden Sie in der Tabelle oben. Beim onPower ohne Speicher ist wegen der Einspeisegrenze von 800 W nur ein Teil der Modulleistung nutzbar, mit Speicher dagegen die volle. Bei Verschattung, ungünstiger Neigung oder an weniger sonnigen Standorten fällt der Ertrag spürbar geringer aus. Eine Ost-West-Ausrichtung bringt etwas weniger Gesamtertrag, verteilt die Stromerzeugung dafür gleichmäßiger über den Tag. Wie viel Energie Ihre Anlage tatsächlich liefert, sehen Sie live in der Solakon App.
Was passiert mit Strom, den ich nicht selbst verbrauche?
Er fließt ins öffentliche Netz – in der Regel ohne Vergütung. Unsere Tipps: Legen Sie stromintensive Geräte wie Wasch- oder Spülmaschine in die Mittagsstunden und nutzen Sie Zeitschaltuhren. Wer die überschüssige Energie vollständig nutzen möchte, setzt auf die Kombination mit einem Batteriespeicher.
Gibt es eine Förderung für Balkonkraftwerke?
Ja, in einigen Regionen. Eine bundesweite Förderung gibt es nicht, aber verschiedene Bundesländer, Landkreise und Kommunen bezuschussen die Anschaffung. Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf unserer Förderungsseite.
Funktioniert ein Balkonkraftwerk auch bei Bewölkung?
Ja. Solarmodule gewinnen Energie auch aus diffusem Licht, liefern bei bedecktem Himmel aber deutlich weniger Leistung als bei direkter Sonne. Über das Jahr gleichen sich sonnige und trübe Tage in der Regel aus.
Montage, Standort und Speicher
Brauche ich für die Montage eine Elektrofachkraft?
Nein, nicht bei einem Anschluss über den Schutzkontaktstecker. Die Installation erledigen Sie selbst: Module an der Halterung befestigen, mit dem Wechselrichter verbinden, einstecken. Unsere Sets werden nicht vormontiert geliefert, Aufbauvideos führen Sie Schritt für Schritt durch den Aufbau.
Wo bringe ich die Solarmodule am besten an?
Neben dem Balkon selbst gibt es weitere Optionen: Terrasse, Flachdach, Garage, Carport, Gartenhaus oder die Fassade des Gebäudes. Ideal ist eine unverschattete Fläche mit Ausrichtung nach Süden, Südost oder Südwest. Neben dem Balkon selbst eignen sich auch Terrasse, Flachdach, Garage, Carport, Gartenhaus oder die Fassade des Gebäudes. Schon ein schmaler Schatten von Baum oder Nachbarhaus kann den Ertrag spürbar senken.
Welcher Neigungswinkel ist optimal?
Übers Jahr gesehen erzielen Sie in Deutschland mit rund 30 bis 35 Grad den höchsten Ertrag. Mit einer verstellbaren Halterung können Sie den Winkel jederzeit ändern und die Module so zusätzlich an die Jahreszeit anpassen: Im Sommer steht die Sonne hoch, dann ist ein flacherer Winkel ideal. Im Winter steht sie tief, dann holen Sie mit einem steileren Winkel mehr heraus. So nutzen Sie das ganze Jahr über das Maximum an Sonnenstunden. Weitere Details dazu finden Sie in unserem Beitrag Neigungswinkel Balkonkraftwerk: So holen Sie das Maximum aus Ihrer Mini-Solaranlage.
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher?
Ja, vor allem wenn Sie tagsüber wenig zu Hause sind. Ohne Speicher nutzen Sie etwa 60 % Ihres Solarstroms selbst, mit Speicher 90 bis 100 %. Gerade bei hoher Modulleistung entsteht mittags oft mehr Solarstrom, als der Haushalt braucht – ohne Batteriespeicher fließt dieser Teil ins Netz. Der Batteriespeicher nimmt den Überschuss auf und gibt die Energie abends und nachts wieder ab. Alle Solakon Sets lassen sich mit dem Solakon ONE nachrüsten und modular erweitern. Mehr dazu in unserem Speicher-Ratgeber:
Wie groß sollte der Batteriespeicher sein?
Das hängt von der Größe Ihrer Anlage und von Ihrem Energiebedarf am Abend ab. Als Richtwert empfehlen wir für das onLite einen Solakon ONE (2,11 kWh), für das onBasic zwei (4,22 kWh), für das onPower drei (6,33 kWh) und für das onPower Plus vier Einheiten (8,44 kWh). Beim onPower Plus ist eine Einheit bereits im Set enthalten. Reicht die Kapazität später nicht mehr aus, rüsten Sie einfach weitere Erweiterungsspeicher nach.
Kann ich ein Balkonkraftwerk später erweitern?
Ja, allerdings nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen: maximal 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA am Wechselrichter pro Haushalt. Die Kapazität des Batteriespeichers können Sie beim Solakon ONE durch Erweiterungsspeicher schrittweise auf bis zu 12,66 kWh ausbauen.
Was passiert beim Umzug?
Sie nehmen Ihr Balkonkraftwerk einfach mit, denn es ist nicht fest mit dem Balkon verbunden. Melden Sie die Anlage im Marktstammdatenregister am alten Standort ab und am neuen Standort wieder an.
Fazit: Wenig Aufwand, spürbarer Effekt
Die Hürden für ein Balkonkraftwerk sind 2026 deutlich niedriger als noch vor wenigen Jahren: eine Anmeldung, keine Mehrwertsteuer, ein Rechtsanspruch für Mietparteien und eine klare Produktnorm. Wer einen sonnigen Balkon hat und tagsüber Strom verbraucht, senkt seine Stromrechnung schon mit einem kleinen Set und übernimmt einen Teil seiner Energieversorgung selbst. Mit einem Batteriespeicher holen Sie das Maximum aus jeder Sonnenstunde. Mit den Tipps aus diesem Beitrag sind Sie gut vorbereitet – und falls noch Fragen offen sind, hilft Ihnen unser Kundenservice weiter.






